Voltigieren beim Reiterverein 1908 Durlach

 

Das Voltigieren im RVD hat eine lange Tradition. In früheren Jahren gab es im Reiterverein eine heute kaum noch überschaubare Fülle von Spielgruppen, auf einer im Rückblick ebenfalls sehr großen Anzahl an Pferden. 

 

Für das Voltigieren, wie wir es heute im Reiterverein Durlach kennen, gab es im Wesentlichen zwei prägende Ereignisse. Die erste große Veränderung war, dass eine 16-jährige Voltigiererin, Birgit Oelze, im Jahr 1979 verantwortlich das Training der Voltigiergruppen übernahm. Durch ihr Engagement wurde 1989 die zweite große Neuerung herbeigeführt, die Anschaffung des ersten vereinseigenen Volti-Pferdes Frisbee.

 

 

Der Voltigiersport

 

Beim Voltigieren werden turnerisch-gymnastische Übungen auf dem galoppierendem Pferd ausgeführt. Dabei bilden das Voltigierpferd, der Longenführer und die Voltigierer eine Einheit. Das Ziel ist die größtmögliche Harmonie zwischen dem Pferd, Longenführer und Voltigierer. Das Pferd gibt den Galopprhythmus und damit den Rhythmus der einzelnen Übungen und Bewegungsverbindungen vor.

Während die Kinder noch im Schritt üben dürfen (Breitensport; WBO), turnen Einsteigergruppen im Schritt und Galopp und die altersoffenen Turniergruppen starten nur im Galopp gemäß Leistungsprüfungsordnung (LPO) in den Leistungsklassen E, A, M und S (LK E-S). In den LK E bis L sowie allen WBO-Wettbewerben darf auf der rechten und linken Hand voltigiert werden, d.h. der Longenführer darf das Pferd z.B. in der Pflicht rechtsherum laufen lassen (rechte Hand) und während der Kür linksherum (linke Hand). 

 

 

Voltigieren kann als Mannschafts-, Doppel- und als Individualsportart betrieben werden. Dabei starten die Voltigierer anfangs im Breitensport (WBO) und später im Leistungssport (LPO) in verschiedenen Leistungsklassen. Eine WBO-Gruppe darf mit maximal 10 Voltigierern und ein LPO-Gruppe mit 6-8 Voltigierern starten. Ein reguläres Wettkampfprogramm im Voltigieren umfasst bei den Gruppen und dem Einzel-Voltigieren eine Pflicht, bestehend aus sechs vorgegebenen Übungen, und einer Kür. Doppelvoltigierer zeigen nur eine Doppelkür. 

 

Im Laufe der Geschichte hat sich das Voltigieren mehrfach verändert. Bereits in der Antike wurde voltigiert, im 17. und 18. Jahrhundert war Voltigieren ein Unterrichtsfach an den Ritterakademien, im 19. Jahrhundert gehörte das Voltigieren zur Kavallerieausbildung und 1920 war Voltigieren ("Kunstreiten") im Programm der Olympischen Spiele in Antwerpen. Dabei mussten Soldaten in Einzel- und Mannschaftswertungen Übungen auf dem Pferd u.a. im Galopp turnen. Mit dem Sportboom in den 20er Jahren versuchte man auch das Voltigieren Kindern zu ermöglichen. Die ersten Kindergruppen mit Altersgrenzen bis 16 Jahre (1964) und später bis 18 Jahre (1982) entstanden. "Mit der Einführung des Einzel- und Doppelvoltigierens und der Öffnung der Altersgrenzen hat der Sport wieder seinen Anschluss an seine Geschichte gefunden" (Richtlinien Voltigieren, Band 3, 2013). Mit der Öffnung der Altersgrenzen und der Anpassung der Bezeichnung der Voltigierprüfungen an die Bezeichnungen der Reitprüfungen, hat der Voltigiersport seinen Platz neben den übrigen Pferdesportarten endlich gefunden. Auch bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) wird das Voltigieren nicht mehr unter dem Bereich "Jugend" organisiert, sondern ist wie auch das Reiten und Fahren eine eigenständige Pferdesportart. 

Mit dem Wegfall der Altersgrenze wurde auch das Voltigierreglement "erwachsen" (vom Voltigieren mit vielen Voltigierern nur auf der linken Hand zum Training auf beiden Händen und Voltigiergruppen aus sechs Personen), was sich auch positiv auf die Gesundheit des Voltigierpferds auswirkt. Auch im Voltigiertraining wird heutzutage auf beiden Händen voltigiert und das Pferd zwischen den Galopp- und Trabphasen im Schritt nur geführt, um ein Turnen im Schritt, wenn der Pferderücken instabil ist, zu vermeiden. Nur im Trab und Galopp ist der Pferderücken durch das Anspannen der Muskulatur stabilisiert.

 

Leistungsklassen im Voltigiersport:

Eine Voltigiergruppe besteht aus einem Voltigierpferd (mind. 7 Jahre), einem Longenführer und sechs bis acht Voltigierer*innen. Beim Gruppenvoltigieren gibt es die Leistungsklassen E (Einsteiger), A (Anfänger), L (Leicht), M (Mittel), S (Schwer) sowie die Junior-Leistungsprüfungen mit Altersgrenze. Ab der Leistungsprüfung (LP) A sind die Prüfungen altersoffen, d.h. es gibt keine Altersgrenze. Auch beim Einzelvoltigieren gibt es die altersbeschränkten Junior-Prüfungen und die altersoffenen LP L, M und S.

 

Reiterverein 1908 Durlach e.V.

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